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Geschichte des Hotels Royal Golf

An einer der schönsten Stellen in Karlsbad, in dem wunderschönen Tal des Flusses Teplá, auf einem leichten Abhang des bewaldeten Hügels Tančírna im Nordteil des Kaiserwaldes steht ein Schlösschen - das Hotel Royal Golf. Es handelt sich eigentlich um kein wirkliches Schloss, sondern um eine baulich einfallsreiche Villa, die durch ihre schöne Bauart so einen Eindruck im Dorf machte, dass sie von den Menschen zu einem Schlösschen erhoben wurde.

Die Geschichte dieses Hauses ist eng mit der Persönlichkeit von Rudolf Fischer, dem Miteigentümer der Porzellanfabrik in Březová, Fischer – Mieg, verbunden. In den 80. Jahren des letzten Jahrhunderts wurden von dem Fabrikanten viele Grundstücke mit Landwirtschaft in Cihelny gekauft und zu einem Großgrundbesitz vereint.

Und anschließend ließ er im 1890 im Dorf eine luxuriöse Sommerresidenz nach einem Projekt der Wiener Architekten Fellner und Helmer bauen, die z.B. auch Grandhotel Pupp in Karlsbad, Volkstheater in Wien, Staatsoper in Prague, oder Nationalsoper in Odesa gebaud gebaut haben.

Das einstöckige Gebäude mir Erkern, Türmchen und großen Mansarde-Räumen war von einem Park umgeben. Ein großes Wirtschaftsgebäude gehörte dazu. In der Villa befanden sich viele wertvolle Kunstgegenstände, ein repräsentatives Jagdzimmer, ein japanisches Zimmer im Turm, eine große Sammlung von alten Pfeifen, wertvolle Bilder und orientalische Teppiche. Nach dem Tod des Fabrikanten Fischer ging das Haus in den Besitz seiner Tochter Johanna Marie über, die im 1896 Frau des Karlsbades Rechtsanwalts Felix Knoll wurde. Die Knolls bekamen im 1899 den Sohn Wolfgang Eduart. Dieser war der letzte Eigentümer von Cihelny.

Allgemein schreibt man über Cihelny erst in einer Chronik aus dem Jahr 1934, unter der Bezeichnung Ziegelhütte. Es standen hier 17 Häuser, 4 der Einwohner waren tschechischer Nationalität, 137 waren Deutsche und 5 Ausländer.

Am 03. November 1934 ist das Gebäude größtenteils niedergebrannt, die Feuerwehrleute kämpften mit dem Feuer über 10 Stunden. Durch den Brand wurde außer dem Jagdzimmer falls die sämtliche Einrichtung zerstört. Die Karlsbades Zeitung brachte eine umfangreiche Reportage über das Unglück, darin werden auch Versuche der Vereitelung der Löscharbeiten beschrieben. Jemand habe während der Löschmaßnahmen einen Teil der Wasserschläuche durchgeschnitten. Der Täter wurde nicht erfasst. Soweit bekannt, wurde das Objekt innerhalb kurzer Zeit fast in die ursprüngliche Form instandgesetzt.

Im 1945 wurde das Schlösschen Eigentum der Sowjetunion, später an unseren Staat übergeben und in die Obhut des Kreis- und später des Bezirksnationalausschusses in Karlsbad anvertraut. In den 60. Jahren wurde es von der Tesla Nýřany übernommen, diese Firma wollte hier ein Erholungszentrum oder ein Pionierlager errichten. Auch sie konnte den Bau jedoch nicht retten. Lange Jahre ist er verfallen, mit beträchtlichem Beitrag von Vandalen, Obdachlosen und Dieben, die z.B. auch das verzierte Metalltor vom Parkhaupteingang gut gebrauchen konnten. Erst in den 70. Jahren wurde das Objekt in die Verwaltung des Gewerkschaftsbetriebsausschusses des Nationalausschusses der Hauptstadt Prag übertragen, der mit einer aufwendigen und umfangreichen Sanierung begann. Der dreijährige Bau wurde von der Gesellschaft Hochbau Karlsbad durchgeführt. Die Bauabnahme erfolgte im April 1980. Zu dieser Zeit befand sich hier ein Erholungszentrum mit neun Doppelzimmern mit Zusatzbetten, die Gesamtkapazität betrug 30 Betten. Einige Jahre nach der Wende wurde das Schlösschen gemeinsam mit den anliegenden Dependancen saniert und als Hotelanlage durch den ehemaligen Inhaber, Prinz Albert, in Betrieb genommen.

Von den derzeitigen Eigentümern wurde das Hauptgebäude in einem vollständig neuen Schloss-Art-Styl instandgesetzt, wobei die Untenkunftskapazität auf insgesamt 62 Betten (einschließlich beider Dependancen) erweitert wurde. Das Schlösschen Royal Golf erhielt somit erneut seine Anmut und seinen romantischen Charakter zurück.

Das Art Hotel Royal Golf in Cihelny ist ein architektonisches Schmuckstück des nördlichen Teils des Kaiserwaldes. Es ist erfreulich, dass es nach seinem komplizierten Schicksal wortwörtlich fünf vor zwölf gerettet werden konnte. Man kann sich nur wünschen, dass es immer mehr von solch geretteten Bauwerken gibt.